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25 Oktober 2016 - gehört zu Kategorie bienengeschichten

Vom Glück, ins kalte Wasser geworfen zu werden...

... oder wie ich zu meinen Bienen kam

Es war ein etwas kühler 17. Mai 2016 - zumindest mir war es kühl, denn ich fühlte mich ein wenig kränkelnd - daher beschloss ich abends, ein wärmendes, wohliges Bad zu nehmen.

Kaum lag ich im Wasser läutete unten das Telefon.

- War mir egal, wenn es was Wichtiges ist, wird auf den AB gesprochen oder nochmals angerufen.

Kurze Zeit darauf hörte ich - ebenfalls unten - meine Handymelodie klingen.

- Nein, ich möchte nicht raus aus meinem warmen Badewasser, es gibt doch die Möglichkeit, Textnachrichten zu hinterlassen..

Nochmals kurze Zeit später dann der Handy-Klingelton meines gerade nicht anwesenden Göttergatten.

- OK, da will mich/uns wohl jemand wirklich erreichen, aber hat das nicht Zeit, bis ich fertig gebadet habe?...

Und last but not least dann der Sound, wenn bei mir eine WhatsApp-Nachricht reinkommt.

Das war dann auch der Moment, in dem meine große Kleine sich erbarmte und mir mein Handy an die Badewanne reichte.

Die Nachricht von Freundin B. war kurz und beinhaltete in ungefähr Folgendes: wenn ich einen Bienenschwarm haben möchte, soll ich mich an folgende Adresse wenden und mich da gleich melden, und falls nicht, soll ich mich da trotzdem melden, denn dann würde Freundin B. den übernehmen, könne aufgrund einer anstehenden Geschäftsreise ihn nur nicht selbst abholen...

OK.... das waren ja Neuigkeiten!!!!! Wollte ich einen Bienenschwarm oder wollte ich keinen...?

Mit dem Thema Bienen hatte ich mich ja schon seit längerem befasst, auch bereits einen Imkerkurs in 2013 absolviert, bis ich dann erkrankte und alles erst mal hinten anstellte. Doch nun, so frisch vor die Frage gestellt, will ich oder will ich nicht, merkte ich, wie unschlüssig ich war.

Jetzt muss erklärend hinzugefügt werden, seit meiner Erkrankung war ich auf der Suche nach Erfahrungsberichten über Beutensysteme, die leicht zu handhaben sind, bei denen nicht so viel Last auf den Fingerspitzen liegt, wo generell nicht viel getragen werden muss, vor allem nicht so schwer... und war bis dato zu keinem befriedigenden Ergebnis für mich gekommen. Allerdings hatte ich dies bei Freundin B., ebenfalls Imkerin, bereits 1 Jahr zuvor angesprochen und sie hatte mir damals leihweise eine leere, komplette 10er Dadantbeute überlassen mit dem Hinweis, ich solle die doch einfach mal ausprobieren und falls es nicht geht, nähme sie die Beute samt Inhalt zurück. Damals hatte ich die Beute dann einfach in den Garten gestellt und mir gesagt: sollte ein Bienenschwarm einfliegen, dann soll es wohl so sein, und falls nicht, dann eben nicht - wollte es quasi dem "Schicksal" überlassen, ob ich zur Bienenhüterin werde oder nicht Wink.

Es war in dem Jahr natürlich kein Schwarm eingezogen und daher stand die Beute mittlerweile in unserem Schuppen - zu meinem Glück.

Zurück also zu besagtem Tag im Mai 2016 - nach einigem hin- und herüberlegen, fasste ich den Entschluss, ich will es versuchen und übernehme den Schwarm (zumindest vorerst), hüpfte aus der Wanne und meldete mich bei der angegebenen Adresse. Es war inzwischen kurz vor neun Uhr abends, als ich die Dame erreichte und wir vereinbarten, ich solle doch noch heute Abend mit der Beute zu ihr kommen - 2 Dörfer weiter, also machbar - und wir würden versuchen den Schwarm einzuschlagen.

In Windeseile suchte ich also nach der abgestellten Dadant-Beute und hoffte dabei, alle für das Vorhaben wichtigen Teile auch ins Auto gepackt zu haben - schließlich besteht so eine Beute ja aus zahlreichen Einzelteilen. Dazu kamen Imkeranzug und Handschuhe, ein Bindegurt und schon gings los.

Ich kann euch sagen, ich kam gar nicht aus dem Schwitzen raus - immerhin war ich vom Bad noch erhitzt und nun diese Aufregung... Surprised

Aber als ich dort im Halbdunkel ankam war ich dann doch relativ ruhig und bei der Sache. Der Schwarm wartete in einem Eimer auf mich und die letzten (Bienen-)Nachzügler und es dauerte nicht lange, da waren die meisten Bienen im Kasten. Dieser kam dann in der dortigen Garage in Kellerhaft, bis ich ihn anderntags dann abholen käme...

Beschwingt gings nach Hause und ich musste erst mal all meinen Lieben die frohe Botschaft verkünden. Anders als ich, waren nicht alle gleichermaßen begeistert sondern erst mal sehr zurückhaltend in ihrer Freude WinkLaughing. Was wollte sich "Muttern" da mal wieder ins Haus holen...?! Nein, so nennen sie mich glücklicherweise nicht, aber dem Sinn nach ging ihnen das wohl schon so in etwa durch die Köpfe -  es fehlte ihnen an Erfahrung im Umgang mit dem Bien.

Am nächsten Nachmittag ging es ein weiteres Mal ins Nachbardorf und wir hieften die Beute ins Auto. Ehrlich gesagt, war mir schon ein wenig mulmig bei der Vorstellung, von tausenden von Bienen begleitet zu werden - vor allem, waren wirklich alle IN der Beute und kann diese auch wirklich nicht umfallen oder aufgehen...???!

Es zeigte sich schon kurz nach der Abfahrt, dass wohl doch eine der Damen außerhalb der Beute mitgereist war, ich hielt jedoch nur kurzerhand an, ließ die Dame aussteigen und fuhr dann doch ein wenig beruhigter nach Hause.

 

Dort kam die Beute hinterm Haus auf Böcke und blieb noch ne gute Stunde geschlossen stehen, in der ich nur immer wieder von unten Wasser auf die Bienen (durch den offenen Gitterboden) zur Beruhigung und als Trinkwasserzufuhr sprühte.

Dann kam der Moment des Öffnens des für die Fahrt verschlossenen Fluglochs... ich war gerüstet mit Anzug, Handschuhen, Sprühpistole, einem Schwamm und jede Menge Neugier darauf, was gleich passieren würde, wenn ich die Luken öffnete...

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frischeingezogen

Aber alles schien gutgegangen zu sein. Die Bienen waren nicht allzu aufgeregt und die ersten verließen gesittet den Stock, so dass ich problemlos das Flugloch mit einem Schwammstück verkleinern konnte. Soviel wusste ich aus der Theorie - ein kleines Flugloch lässt sich leichter verteidigen und somit auch die Aufregung bei den Bienen kleinhalten.

Inzwischen haben sich alle Familienmitglieder aneinander gewöhnt. Und auch wenn es mittlerweile in diesem ersten Jahr 2 Stiche gab (einmal erwischte es mich, ein zweites Mal meinen Göttergatten beim Rasenmähen), ist dieses Volk außergewöhnlich ruhig und friedfertig, so dass wir alle gut und nah miteinander auskommen können. 

Wenn ich heute zu den Bienen gehe - derzeit stehen sie nach einem umbaubedingten Umzug sogar auf der Terrasse - mache ich das inzwischen meist sogar ganz ohne Schutzkleidung oder Rauch. Irgendwie scheinen wir alle zu verstehen, dass keine der anderen was will und wir alle einander brauchen... Smile

 

Tja, das war die Geschichte, wie ich zu meinem großen Glück zu meinen Bienen kam.... nämlich wie besagte Jungfrau zum Kinde. Ich bin so dankbar, dass mir diese Entscheidung einfach "aufgedrückt" wurde... Wer weiß, wann ich sonst zu einer (und welcher?) Entscheidung gekommen wäre..?

Jedenfalls habe ich damit keinen Fehler gemacht und freue mich bis heute täglich an den Bienen, die nun in unserem Garten, auf unserer Terrasse, leben.

Im Laufe der letzten Monate kam ich nun auch zu einer Entscheidung bezüglich der künftigen Bienenhaltung. Ich schaffte mir, neben anderem Wink, eine Einraumbeute (ERB) an und versuche mich an einer möglichst wesensgemäßen Haltung meiner Bienen. Sobald nächstes Jahr geschwärmt wird, kommt dann auch die neue ERB zu ihrem Einsatz; denn ein Volk, das sich erst mal in einem Kasten eingerichtet hat, lässt sich nicht so problemlos in einenen anderen Kasten umsetzen. Vor allem dann nicht, wenn die Rähmchenmaße nicht übereinstimmen.

Mehr dazu aber in weiteren Posts.

 

Seid gut zu den Bienen.

Lasst Blumen wachsen, die auch wirklich Futter für die fleißigen Damen bereithalten und freut euch, wenn durch diese Tiere mehr und besseres Obst in euren Gärten wächst...!

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