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14 Juli 2013 - gehört zu Kategorie gefärbtes

Färben mit Frauenmantel

Eigentlich wäre derzeit ja Urlaub angesagt und eigentlich wäre ich ja nun an der Nordsee, aber es kam mal wieder anders als geplant und so ist nur ein Teil der Familie gefahren.

Das heißt, ich nehme diese Zeit nun wie sie ist und versuche das Beste draus zu machen... und zwar zu Hause.

 

Auch wenn ich bis Freitag noch nicht genau wußte, ob ich nun tatsächlich mitfahre oder nicht, so hatte ich doch - da ich ohnehin bereits einen Teil der verblühten Frauenmantelstängel abschneiden musste - aus dem Abgeschnittenen einen Färbesud aufgekocht und der konnte nun gestern auf die Faser gebracht werden.

 

Da es mir an Färbegut nicht mangelte, hatte ich einen großen 10l Kochtopf damit gefüllt und gut 1 Stunde lang köcheln lassen... 

 

Frauenmantel

 

.... abschließend soviel Wasser noch zugefügt, dass das zerkleinerte zerkochte Färbegut dann fast bedeckt war - immerhin noch der halbe Topf voll. Dann ruhte das Ganze bis zum nächsten Tag und, da ich mich für's Hierbleiben entschieden hatte, konnte ich gestern dann auch weitermachen.

Alaun hatte ich inzwischen eine kleine Menge über die Apotheke bekommen (sollte ich beim Pflanzenfärben bleiben, werde ich natürlich andere Lieferanten suchen, die eben keine Apothekenpreise haben ;) ) und fing gestern also mit dem Beizen an - 1 1/2 Stunden lang köchelte je ein Probestrang Sockenwolle (75%/25%) und ein Strang Merinowolle (89%/11%), jeweils mit Superwash-Ausrüstung, in der Beize, dann kam der spannende Moment, in dem die Stränge ins bereits heiße, noch nicht kochende Färbebad gelegt wurden.

Relativ schnell zog eine Art helles Beigegrün auf, das mich erstaunte, da das Ergebnis als Gelb in der Literatur angekündigt wird...

 

erstes Farbbad Frauenmantel

 

... aber vielleicht liegt es ja daran, dass ich nicht nur frische Blätter für den Sud verwendet habe sondern eben auch die abgeblühten Blütenstände und Stängel, bzw. ich viel Färbegut verwendet habe.

 

Beim ersten Lüften sahen die Stränge dann so aus...

 

Frauenmantel 1 Stufe

 

... rechts der Sockenwollstrang, links die Merinowolle - eine Farbe, die ich als Mischung aus Gelb und Ocker mit zartem Grünstich beschreiben würde (wie immer gibt die Kamera die Farben nicht exakt wieder).

Diese Prozedur - 20min im Sud köcheln, dann schleudern und 20 min in die Sonne hängen - wiederholte ich 3 mal, bevor ich dann dem ersten der abschließenden Spülvorgänge noch etwas Essigessenz zugab und die Wolle dann zum Trocknen aufhing.

 

Frauenmantel col

 

Endergebnis ist also tatsächlich ein sattes Gelb-Ocker mit zartem Grünstich, auch wenn dieser auf dem Foto nicht rauskommt.

 

Mein T-Shirt hat beim Schleudern mit der Salatschleuder ;) auch Flecke abbekommen... mal sehen, wie sich die Farbe auf den Strängen... und auf meinem Shirt... hält.

Übrigens, dem Sud hätte ich noch weitere Züge entnehmen können, solange ich jedoch noch keine Erfahrungen über die Echtheit der Farben habe, möchte ich nicht so viele Stränge auf einmal färben, da locken mich dann doch eher wieder die Säurefarben.

 

Abschließende Bewertung:

Das Färben mit Pflanzenteilen ist im Vergleich zum Färben mit Säurefarben wesentlich langwieriger, macht jedoch Spaß und bietet, mehr noch als beim Färben mit Säurefarben, Überraschungen.

Man weiß nie, was man bekommt... diesen Satz hab ich doch schon irgendwo gehört ;) ... , wie wasch-, reib- und lichtecht die Farben sind, kann aber auf jeden Fall ein gutes Gefühl beim Stricken und Tragen haben.

Und sollte nach einiger Zeit wirklich kaum mehr Farbe auf der Wolle/dem Gestrick sein, lässt sich das Ganze problemlos ein weiters Mal färben.

 

Mit den Säurefarben lassen sich hingegen wunderbare Farbkombinationen und kräftige Farben herstellen, mit den selben Abmessungen, die gleichen Ergebnisse erziehlen und... man braucht dafür nur 1 Tag.

 

Das Fazit daraus für mich:

ich werde wohl in Zukunft 2-gleisig färben!

 

Genießt einen wundervollen Sommer-Sonnen-Sonntag!

Smile

 

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