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24 November 2013 - gehört zu Kategorie gesponnenes, gefärbtes

Spinnfasern mit Milchseide...

- Milchseide, was ist das überhaupt?

Seit meine Spinnleidenschaft entflammt ist, habe ich schon so manche Spinnfaser versponnen und werde auch weiterhin immer wieder neue/andere Fasern ausprobieren.

Und so hatte ich bei meiner letzten Bestellung dann unter anderem BFL Superwash mit Milchseide in den Warenkorb gepackt - ausgesucht unter den Kriterien:

- BFL hab ich schon versponnen - gefällt mir!

- mit Superwash-Ausrüstung - klasse, filzt also weniger!

- unter Beimischung von Milchseide - kenn ich nicht, hört sich aber glänzend und fein an!

Wink

 

Gestern nun wurde in der Färbeküche der creativwerkstatt wieder gefärbt und so auch die BFL-Milchseide Kammzüge. Zum Ausprobieren aufgelegt, versuchte ich so viele wie möglich zusammen gleich zu färben und kam dieses Mal auf stolze 5 Stränge (alle ca. 120g), die in meinem Topf vor sich hin blubberten. Das Topfgucker-Foto gab es ja bereits gestern.

Nachdem die Kammzüge dann trocken waren, wollte ich die "neue" Faser auch anspinnen und merkte recht schnell, dass sie sich angenehm glatt und glänzend verspinnen lässt.

BFL superwash mit Milchseide col

Daraufhin war endlich meine Neugier geweckt, was ich da überhaupt eingehandelt hatte.

Und siehe da, neue Welten taten sich plötzlich vor mir auf, als ich beim Durchforsten des world wide web auf Informationen folgender Art stieß:

 

Die revolutionäre Man-Made-Faser

Dass Milch pflegende Wirkstoffe enthält, die außerdem der Hautalterung entgegenwirken, war bereits der schönen Pharaonin bekannt. Für unsere schnelllebige Zeit erweist sich das legendäre Milchbad jedoch als recht unpraktikabel. Also gönnen wir uns wenigstens ab und an ein Wellness-Programm oder greifen zu Kosmetikartikel, um unserer Haut etwas Gutes zu tun. Aber auch das ist häufig mit einem größeren Zeitaufwand verbunden. Wäre es nicht traumhaft, wenn wir unsere Haut den ganzen Tag über mit den pflegenden Aminosäuren versorgen könnten. Natürlich ohne dafür einen Mehraufwand zu betreiben. Das geht nicht? Und ob! Das Hannoversche Institut Qmilch hat eine Milchproteinfaser entwickelt, die die Haut einerseits vor schädlichen Toxinen schützt und andererseits die Körpertemperatur reguliert sowie den Wasserhaushalt aufrecht erhält. Das bedeutet unsere Haut kann atmen, Feuchtigkeit aufnehmen und bekommt dadurch ein zarteres Erscheinungsbild. Der Vorteil dieser Entwicklung ist, dass alle 18 Aminosäuren bei der Herstellung erhalten bleiben und die Faser somit die volle Wirkung beibehält. Vor allem irritierte oder empfindliche Haut soll sich dadurch besser entspannen können. Nicht zuletzt das samtweiche Tragegefühl macht die Milchproteinfaser zu einem angenehmen Wohlfühl-Stoff. Viele natürliche Materialien haben den Nachteil, dass sie beispielsweise nicht reißfest sind oder keine Formbeständigkeit aufweisen. Deshalb ist häufig der zusätzliche Einsatz von synthetischen Fasern erforderlich. Die Milchproteinfaser bringt all diese Eigenschaften selbst mit sich und wird von dem Unternehmen somit nicht ohne Grund als „echtes Multi-Talent“ betrachtet.

(vgl. http://www.stilreif.de/lounge/milchseide-die-revolutionare-man-made-faser.html )

 

oder...

 

Milchseide:

Dieses Garn wird auch gern als Milchseide bezeichnet. Die Faser ist reich an vielen Arten von Aminosäuren. Diese können den Stoffwechsel der menschlichen Zelle fördern. Sie verhindern die Hautalterung und mindern den Juckreiz. Diese Faser kann den Feuchtigkeitsgehalt der Haut regulieren, so dass eine glatte Haut gefördert wird und Falten reduziert werden können.

Dieses Garn ist extrem farbbeständig, sehr leicht zu trocknen und extrem reißfest. Die Milchseide gilt als Ersatz für Kaschmir, da sie die gleichen Eigenschaften wie Kaschmir aufweist, aber einen klaren Preisvorteil hat.

Was ist eine Milchproteinfaser?

Die Milchproteinfaser ist eine industriell hergestellte Faser aus natürlichen Material. Die Milchproteinfaser gehört zu den High-End-Produkten in der Textilindustrie. Derzeit gibt es nur einzelne Länder die dieses Garn produzieren können. Shanghai ist die Heimat der Milchseide. Die Qualität des Garnes zeichnet sich vor allem durch hervorragende Trageeigenschaften aus. Eine hohe Feuchtigkeitsaufnahme macht das Tragen angenehm. Und wenn im Sommer hohe Temperaturen herrschen, hat die Faser einen kühlenden Charakter.

Ein weiterer Vorteil dieses neu entwickelten Garns ist das Gewicht. Es wiegt ca. 10% weniger als Seide.

(vgl. http://www.atelier-seide.de/biogarne.html )

 

oder hier: 

Für Allergiker, die an Neurodermitis oder ähnlichen Krankheiten leiden, ist eine neue Faser am Markt erschienen, die keinen negativen Effekt mehr auf die Haut hat. Denn im Vergleich zu konventionellen Garnen, wird bei der Herstellung von Milchproteinfasern auf chemische Zusätze verzichtet. Das Feuchtigkeitsmanagement der Funktionsfasern verhindert zudem das Wachstum von Bakterien um 99 % und fördert die für Allergiker wichtige Temperaturregulierung. Milchproteinfasern enthalten bis zu 18 Aminosäuren, die das Zellwachstum unterstützen und der Alterung der Haut vorbeugen. Sie regen die Blutzirkulation an, wirken gegen den Juckreiz der Haut und glätten sie. 

...

Für die Faserherstellung wird dabei keine Milch verwendet, die auch als Lebensmittel geeignet wäre. Hierzu zählen beispielsweise die Kolostralmilch von gerade kalbenden Kühen oder das Zentrifugat aus der Käseherstellung, was nicht zu Lebensmittel verarbeitet werden darf.

 (vgl. http://www.haute-innovation.com/de/magazin/nachhaltigkeit/kleidung-aus-milchproteinfasern.html )

 

Hier hab ich es also, zu meiner Freude, mit einer wirklich innovativen und nachhaltigen Faser zu tun... und bin schon mal gespannt, wie sie sich verstricken und weiterhin tragen und pflegen lässt.

 

Habt ihr schon mit Milchseide gearbeitet? Dann postet eure Erfahrungen damit. 

 

Ich wünsche euch allen einen guten Start in die neue Woche.

Der Advent naht mit großen Schritten.

 

Update vom 21.10.2016:

Nachdem ich über einen Kommentar gefragt wurde, wie sich Milchseide denn nun verstricken lässt, habe ich obigen Probekammzug aus BFL-Milchseidefasern verstrickt. Aus den 100g lässt sich natürlich nicht ein großes Strickstück herstellen, für einen Loop hat es aber gereicht.

Nach dem Stricken...

IMG 7509

Nach dem Waschen...

IMG 7512

Und, voilà, fertig...

IMG 7515a

 

Und wie hat sich die Wolle beim Stricken nun verhalten...?

Zunächst, sie ist weich und verstrickt sich wie Seidengarn, d.h. das Endergebnis ist ählich "lappig" - und das muss ja nicht negativ sein. Vermutlich ist das der glatten Milchseidenfaserstruktur zuzuschreiben, die die Elastizität der Wollfasern aufhebt.

Für obigen Loop habe ich bewußt zu einer großen Nadelstärke gegriffen - schließlich bruacht niemand ein Brett um den Hals - je nach Strickstück würde ich jedoch zu kleineren Nadeln raten.

Viel Erfolg bei euren Milchseide-Strickereien!

Kommentare (2)

  • Gabi Huth

    28 September 2016 um 13:03 |
    Ich hab nun das erste Mal Milchseide zur Verarbeitung in der Hand und mich würde tatsächlich interessieren, welchen Erfahrungen du mit dem gesponnenen Garn gemacht hast. Welche Nadelstärke verwende ich - besser die kleinere oder besser die größere? Neigt das Gestrick zum Ausleiern?

    Würde mich freuen, von dir zu hören.
    Lieben Gruß
    Gabi

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    • Karin Heuser

      13 Oktober 2016 um 14:10 |
      Hallo Gabi,
      um genau zu sein, ich hab damals das Garn zwar fertig versponnen und verzwirnt, mich jedoch - da es sich lediglich um eine Probe von 100g handelte, die ich dann auch noch "schillernd-bunt" gefärbt hab - noch für kein Projekt entscheiden können.
      Das Garn selbst ist angenehm weich, fühlt sich kühl auf der Haut an (nicht unangenehm) und scheint auf Zug auch nicht ganz so dehnbar zu sein. Ich nehme an, dies ist tatsächlich den Milchseidefasern geschuldet und würde daher zunächst einen Versuch mit kleineren Nadeln starten.
      Ich möchte dir raten, einfach selbst ein Probeläppchen zu sticken und zu waschen. Dann weißt du genau wie sich deine Milchseide verarbeiten lässt (verarbeitest du auch ein Gemisch oder Milchseidefasern/-garn pur?).
      Über deinen Erfahrungsbericht hier freue ich mich sehr.
      Liebe Grüße
      Karin
      -die creativwerkstatt-

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